2. Videoideen & Formate
Formate statt
Einzelideen.
Statt jeden Tag nach einer komplett neuen Idee zu suchen, kannst du auf wiederholbare Videoarten setzen und sie immer wieder mit neuen Themen, Beispielen und Perspektiven füllen.
Ein Format
Eine wiederholbare Art von Video.
Mehrere Themen
Milch, Eier, Fische, Leder, Zoos oder Tierversuche.
Viele Videos
Gleiche Videoart, immer neue Beispiele.
Warum Formate wichtig sind
Bei einem Format bleibt die Grundidee gleich, während Aussage, Beispiel oder Thema wechseln. So musst du nicht jedes Mal bei null anfangen.
Wenn ein Format gut funktioniert, mach mehr davon. Ein erfolgreiches Video zeigt dir meistens, dass diese Art der Umsetzung Menschen erreicht und es sich lohnt, sie weiterzuentwickeln.
Drei wichtige Grundsätze
1 Wiederholen ist erlaubt
Wiederholung ist nicht automatisch langweilig, sie gibt deinem Kanal Struktur und Wiedererkennungswert.
2 Ein Thema ist nicht ein Video
Aus Milch, Eiern, Fischen, Leder oder Tierversuchen können jeweils viele verschiedene Videos entstehen. Wie das geht, siehst du weiter unten.
3 Wenige Formate reichen
Oft reichen drei bis fünf gute Formate, die du regelmäßig nutzt und mit neuen Themen füllst.
Ein Format, viele Beispiele
Ein Beispiel: Dein Format ist, typische Aussagen gegen Veganismus aufzugreifen und den Denkfehler dahinter zu zeigen. Jedes Video nimmt sich eine andere Aussage vor.
Beispiele für Videoarten
Die folgenden Videoarten sind Richtungen, keine festen Regeln. Gerade wenn du eigene Hobbys, Wissen, Humor oder Erfahrungen einbringst, entstehen oft gute Mischformen.
Aufklärungsvideos
Aufklärungsvideos erklären ein Thema verständlich. Sie helfen Menschen, etwas zu verstehen, das sie vorher vielleicht nie hinterfragt haben.
- Was passiert in der Milchindustrie?
- Warum sind Eier nicht harmlos?
- Was bedeutet Veganismus eigentlich?
- Warum geht es nicht nur um Tierleid, sondern um Ausbeutung?
So setzen andere das um:
Satire & Comedy
Satirische Videos nutzen Humor, Übertreibung oder unerwartete Wendungen, um Widersprüche sichtbar zu machen.
- Doppelmoral sichtbar machen
- Absurde Vergleiche nutzen
- Alltagssituationen überspitzen
So setzen andere das um:
Kochvideos mit Botschaft
Kochvideos können ein niedrigschwelliger Einstieg sein. Sie zeigen praktisch, dass veganes Essen möglich, lecker und alltagstauglich ist.
- Veganes Rührei und warum Eier nicht harmlos sind
- Backen ohne Ei
- Günstige vegane Gerichte gegen das Vorurteil, vegan sei immer teuer
- Proteinreiche vegane Gerichte gegen das Proteinargument
So setzen andere das um:
Reaktionsvideos
Reaktionsvideos greifen etwas auf, das bereits existiert: Kommentare, Videos, Werbung, Medienbeiträge, politische Aussagen oder typische Gegenargumente.
- Auf Kommentare reagieren
- Auf TikToks oder Reels reagieren
- Stitches oder Duette machen
- Auf Werbung der Tierindustrie reagieren
So setzen andere das um:
Outreach-Videos
Outreach-Videos entstehen aus echtem Aktivismus vor Ort: Straßenaktivismus, Demos, Infostände, Gespräche oder Aktionen.
- Ausschnitte aus Gesprächen
- Häufige Fragen aus dem Outreach
- Szenen vom Cube of Truth oder Infostand
- Reflexion nach einer Aktion
So setzen andere das um:
Hobby- & Nischenformate
Wenn du ein Hobby, eine Fähigkeit oder eine Nische hast, kann genau daraus dein eigenes aktivistisches Format entstehen. Nischenformate eignen sich besonders gut, um Veganismus in andere Bubbles zu tragen.
- Gaming und Veganismus
- Fitness und Veganismus
- Studierendenleben und Veganismus
- Musik, Kunst, Wissenschaft, Mode oder Filme aus Tierrechtsperspektive
So setzen andere das um:
Finde ein Format, das zu dir passt
Ein gutes Format muss vor allem zu dir passen. Die vier Fragen und der Ablauf darunter helfen dir, aus deinen Stärken ein realistisches Format zu entwickeln.
Was kannst du gut?
Erklären, diskutieren, kochen, schneiden, recherchieren, erzählen, humorvoll sein oder ruhig argumentieren?
Was kannst du regelmäßig machen?
Ein gutes Format lässt sich auch im Alltag regelmäßig umsetzen.
Welche Wirkung willst du erzielen?
Informieren, Gegenargumente entkräften, Aktivismus sichtbar machen, irritieren, motivieren oder Einstiegshürden senken?
Was passt zu dir?
Du musst nicht laut oder provokant sein. Sachlich, satirisch, emotional oder praktisch funktioniert genauso.
Stärke wählen
Starte mit dem, was dir am meisten liegt.
Format ableiten
Aus deiner Stärke ergibt sich die passende Videoart.
Realistisch prüfen
Frag dich ehrlich: Kann ich dieses Format regelmäßig umsetzen oder ist es nur eine schöne Idee?
Mehrfach testen
Plane mehrere Varianten, denn erst nach ein paar Videos siehst du, ob das Format funktioniert.
Welche Formate passen zu welchen Stärken?
Du erklärst gerne? Dann könnten Aufklärungsvideos gut passen.
Du bist schlagfertig? Dann sind Reaktionsvideos naheliegend.
Du bist witzig? Dann können Satire, Comedy und Plot-Twists funktionieren.
Du kochst gerne? Dann können Kochvideos mit aktivistischer Botschaft ein guter Einstieg sein.
Du machst Straßenaktivismus? Dann können Outreach-Videos sehr stark sein.
Du hast ein spezielles Hobby? Dann kann daraus ein eigenes Nischenformat entstehen.
Welche Formate sind realistisch durchhaltbar?
Aufwendige Sketches können funktionieren. Aber wenn du dafür jedes Mal mehrere Stunden Planung, Dreh und Schnitt brauchst, ist das vielleicht nicht dein Hauptformat.
Straßeninterviews können stark sein. Aber wenn du nur selten auf Aktionen bist, kannst du darauf nicht deinen ganzen Kanal aufbauen.
Wenn du nicht gerne vor der Kamera sprichst, kannst du mit Voiceover, Textvideos, Reaktionen oder einfachen Schnittformaten anfangen.
Welche Wirkung passt zu welchem Format?
Aufklärung: Wissen vermitteln
Reaktionen: Gegenargumente aufgreifen
Satire: Doppelmoral sichtbar machen
Kochvideos: Einstiegshürden senken
Outreach-Videos: echte Gespräche sichtbar machen
Nischenformate: Veganismus in andere Bubbles tragen
Lass dich aktiv inspirieren
Ein wichtiger Teil der Formatfindung ist aktiver Social-Media-Konsum, also bewusstes Schauen statt stundenlangem Scrollen.
Öffne TikTok, Instagram Reels oder YouTube Shorts, leg dir ein Notizblatt bereit und geh beim Schauen die Fragen unten durch.
Fragen für aktives Schauen
Warum bleibt man bei diesem Video hängen?
Welche Videoart wird hier genutzt?
Könnte ich dieses Format für Veganismus oder Tierrechte nutzen?
Was funktioniert an der Umsetzung?
Ist das ein Format, das ich selbst realistisch machen könnte?
Welche Idee könnte ich daraus für meine eigenen Inhalte ableiten?
Nicht nur vegane Inhalte anschauen
Oft kommen gute Formatideen gerade aus anderen Bereichen: Comedy, Fitness, Politik, Gaming, Beauty, Bildung, Alltag, Serien, Food oder Storytelling.
Dabei geht es ums Lernen statt ums Kopieren: Erkenne, welche Formate funktionieren, und entwickle daraus etwas Eigenes.
Aus einem Thema werden viele Videos
Am Beispiel Milch siehst du, wie aus einem Thema in jeder Videoart ein eigenes Video wird.
Milch
Aufklärung
Warum Kühe nicht einfach so Milch geben.
Reaktion
Antwort auf: „Aber Kühe müssen doch gemolken werden.“
Comedy
Ein Video darüber, dass Menschen Muttermilch einer anderen Spezies normal finden.
Outreach
Ein Gesprächsausschnitt darüber, wie Menschen reagieren, wenn sie erfahren, warum Kühe Milch geben.
Kochvideo
Ein Rezept mit pflanzlicher Milch und dem Hinweis, warum Kuhmilch keine harmlose Zutat ist.
Nische
Zum Beispiel Fitness: Warum Milchprodukte nicht notwendig sind, um genug Protein oder Kalorien zu bekommen.
Übertrage die Methode
Nimm ein Thema und frage dich: Wie könnte dieses Thema als Aufklärung, Reaktion, Satire, Outreach-Video, Kochvideo oder Nischenformat aussehen?
Häufige Fehler bei Videoformaten
Gute Formate entstehen oft erst durch Wiederholung. Gib deshalb nicht zu früh auf, aber probier auch nicht alles gleichzeitig aus.
Nur einmal testen
Viele testen ein Format einmal, sehen keine starke Reichweite und geben direkt wieder auf. Manchmal funktioniert aber erst das dritte, vierte oder fünfte Video einer Art.
Zu viele Formate
Ausprobieren ist gut. Aber wenn jedes Video komplett anders ist, wird es schwer, einen eigenen Stil und Wiedererkennungswert zu entwickeln.
Zu aufwendig planen
Aufwendige Sketches, Straßeninterviews oder starke Edits können gut sein. Aber du brauchst mindestens ein Format, das du auch im Alltag umsetzen kannst.
Zu perfektionistisch sein
Teste dein Format, bevor es perfekt ist. Was funktioniert, zeigen dir erst echte Reaktionen und mehrere Versuche.
Problematisch ist nur Wiederholung ohne Plan und Weiterentwicklung.
Mini-Aufgabe: Finde dein erstes Format
- 1 Wähle ein Thema, das dir wichtig ist.
- 2 Wähle eine Stärke, die du dafür nutzen willst.
- 3 Entscheide dich für eine passende Videoart.
- 4 Formuliere dein Format in einem Satz: „Ich mache Videos, in denen ich …“
- 5 Plane drei Varianten dieses einen Formats.